Baumverjüngung in den Auwäldern der Mittleren Isar
Auwälder gehören zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas – doch jahrzehntelange Flussregulierungen, Landnutzung und Krankheiten haben ihre Struktur und Dynamik stark verändert. In einem neuen Fachartikel in Forest Ecology and Management zeigen Forschende im Rahmen des vom BMFTR geförderten A-DUR-Projekts (Verbundvorhaben REGULUS), wie sich die Baumverjüngung in diesen „neuartigen Auwäldern“ entwickelt und welche Standortfaktoren die natürliche Regeneration bestimmen.

Das Forschungsteam um Clemens Detsch und Korbinian Tartler untersuchte 122 Untersuchungsflächen entlang der Mittleren Isar nördlich von München. Die Region wurde 2020 als großflächiges Naturwaldgebiet ausgewiesen und bietet seither die Möglichkeit, die natürliche Waldentwicklung zu beobachten. Ziel der Studie war es, eine ökologische Ausgangsbasis für die zukünftige Entwicklung der Auwälder zu schaffen und zu verstehen, welche abiotischen (z. B. Licht, Bodenfeuchte) und biotischen Faktoren (z. B. Konkurrenz, Verbiss, Krautschicht) das Aufkommen junger Bäume steuern.
Die Ergebnisse zeigen: Lichtverfügbarkeit spielt für die Verjüngung eine geringere Rolle als erwartet, während die Krautschicht und andere Vegetationsstrukturen das Aufkommen junger Bäume stark beeinflussen. Zudem verdeutlicht die Studie, dass sich die Artenzusammensetzung im Zuge der natürlichen Entwicklung verändert – die Esche geht infolge von Krankheiten zurück, während der Bergahorn zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Forschenden betonen, dass eine langfristige Beobachtung dieser Prozesse entscheidend ist, um zu beurteilen, ob und wann ergänzende Maßnahmen – etwa zur Förderung typischer Auwaldarten oder zur Reaktivierung hydrologischer Prozesse – notwendig werden.
Der Artikel “Determinants of tree regeneration in degraded temperate floodplain forests under recent passive conservation” ist im Journal Forest Ecology and Management als Open Access Publikation verfügbar.
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