Studie bestätigt: Bayerns Rotwildbestände genetisch gut aufgestellt
Gute Nachrichten für Bayerns Rotwild: Eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung der Technischen Universität München (TUM) und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) bestätigt den guten genetischen Zustand der meisten bayerischen Rotwildpopulationen. Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber nahm den Abschlussbericht des Forschungsprojekts zur genetischen Populationsstruktur des Rotwilds am 9. Juni in München entgegen.
Ausgangspunkt der Studie war die Frage, ob die bestehenden Rotwildgebiete in Bayern die genetische Vielfalt und damit die langfristige Fitness der Bestände beeinträchtigen könnten. Zwischen 2023 und 2026 analysierten die Forschenden die Populationsstruktur, den genetischen Zustand sowie die Vernetzung der zehn bayerischen Rotwildgebiete mithilfe moderner genetischer Methoden.
Die Ergebnisse fallen überwiegend positiv aus: Sieben der zehn untersuchten Rotwildgebiete – darunter Oberbayern/Hochgebirge, Schwaben, Bayerischer Wald und das Fichtelgebirge – weisen einen guten bis sehr guten genetischen Zustand auf. Die Wissenschaftler bescheinigen diesen Populationen eine hohe genetische Vielfalt und ausreichende Vernetzung. Besonders erfreulich: Hinweise auf Inzuchtprobleme konnten bei keinem der untersuchten Bestände festgestellt werden.
Lediglich in den vergleichsweise kleinen Rotwildgebieten Haßberge, Odenwald und Isarauen sehen die Forschenden weiteren Untersuchungs- und Handlungsbedarf. Während für Haßberge und Odenwald zusätzliche Analysen zur Landschaftsvernetzung empfohlen werden, könnte in den stark isolierten Isarauen die gezielte Einbringung geeigneter Tiere aus anderen Gebieten dazu beitragen, die genetische Vielfalt langfristig zu sichern.
Die Ergebnisse liefern eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die Weiterentwicklung des Rotwildmanagements in Bayern. Dabei gilt es, sowohl die Bedürfnisse des Rotwilds als auch die Interessen von Land- und Forstwirtschaft sowie die Ziele des Waldumbaus zu berücksichtigen. Insgesamt zeigt die Studie deutlich: Die Sorge vor einer genetischen Verarmung der bayerischen Rotwildbestände ist weitgehend unbegründet.
Das Forschungsprojekt wurde von Prof. Dr. Andreas König (TUM) geleitet. An der Projektbearbeitung waren Ferdinand Paul Stehr, Dr. Sarah-Alica Dahl und Dr. Susanne Jacobs beteiligt. Kooperationspartner waren die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) mit Dr. Wibke Peters sowie die ApoGene Biotechnologie GmbH & Co. KG mit Prof. Dr. Gottfried Brem.
Weitere Informationen (Abschlussbericht)

Gruppenbild: Pia Regnet / StMELF
Rothirsch: Rudolf Vornehm


