Nachhaltige Verpackung aus Kiefernspiegelrinde
Die TUM-Absolventin Paula Röser wurde für ihre Bachelorarbeit zur Eigenklebfähigkeit von Kiefernspiegelrinde mit einem Förderpreis der Sattelmühle-Stiftung ausgezeichnet. Ihre Forschung zeigt, wie aus einem bislang wenig genutzten Nebenprodukt der Holzindustrie ein nachhaltiger Werkstoff für Verpackungen entstehen könnte – ganz ohne zusätzlichen Klebstoff.
Rinde macht rund 10 bis 20 Prozent der Baumbiomasse aus, wird bislang jedoch überwiegend energetisch verwertet. Paula Röser untersuchte in ihrer Bachelorarbeit an der TUM School of Life Sciences, ob sich dünne Stücke der Spiegelrinde der Waldkiefer allein durch Wasser, Druck und Wärme miteinander verbinden lassen.
Dazu wurden Rindenstreifen zunächst in destilliertem Wasser eingeweicht, anschließend verpresst und bei Temperaturen von 60, 90 oder 120 Grad Celsius erwärmt. Bereits bei 60 Grad Celsius bildeten alle untersuchten Proben eine Verbindung. Besonders erfolgreich war die Verklebung, wenn die Innenseiten der Rindenstücke aufeinanderlagen.
Die mechanischen Untersuchungen zeigten zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Proben, in mehreren Fällen näherte sich die Festigkeit der Verbindung jedoch der Eigenfestigkeit der Rinde. Die Ergebnisse zeigen damit einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung ressourcenschonender und klebstofffreier Verpackungsmaterialien. Bis zu einer praktischen Anwendung sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Michaela Eder, Professorin für Wood Science and Functionalization an der TUM School of Life Sciences in Freising, und Prof. Dr. Cordt Zollfrank von der Professur für Biogene Polymere am TUM Campus Straubing.
Die Sattelmühle-Stiftung würdigte die Bachelorarbeit mit einem ihrer Förderpreise für herausragende wissenschaftliche Arbeiten. Die Preisverleihung fand am 26. September 2026 auf dem stiftungseigenen Forstgut Sattelmühle im Pfälzerwald statt. Die Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Bildung mit Schwerpunkten in den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Landschaftspflege sowie Forst- und Umweltwissenschaften.

Förderpreisgewinnerin Paula Röser und Sattelmühle-Stiftungsvorstand Professor Eduard Hilger bei der Verleihungsfeier am 26. September 2026. (Bild: Marc Wiegelmann)

Teststreifen aus verklebter Kiefernspiegelrinde. (Bild: Paula Röser)


