Klimafitter Wald? –Wissenschaft trifft Praxis im Projekt Winalp21
Expert:innen aus Österreich und Deutschland diskutierten im Juni 2025 im Rahmen des Projekts Winalp21 an der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen die Waldentwicklung im Klimawandel.
Im Mittelpunkt des vom INTERREG Programm Bayern-Österreich 2021-2027 geförderten Projekts Winalp21 steht die Frage, wie alpine Wälder unter zunehmenden Klimaextremen und veränderten Standortbedingungen resilient bleiben können.
Projekt Winalp21: Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis
Das Projekt verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen, mit denen sich die Alpenwälder im Klimawandel konfrontiert sehen. Jeder Standort stellt eigene Anforderungen, weshalb differenzierte, auf lokale Gegebenheiten abgestimmte Ansätze notwendig sind. Forschung und Praxis müssen eng zusammenarbeiten, um übertragbare Prinzipien für resiliente, artenreiche und klimaangepasste Waldökosysteme abzuleiten.
Podcast-Beitrag mit Prof. Dr. Volker Zahner
Wenn der Biber am Bahndamm gräbt, der Fischotter sich an Fischteichen bedient, Wasserbüffel am Flussufer weiden, gibt es Probleme. Wildtiermanager sollen im Dauer-Konflikt zwischen Mensch und Natur vermitteln. Von Werner Bader (BR 2025)
Im Format Radiowissen des Rundfunksenders Bayern 2 spricht Prof. Dr. Volker Zahner über Wildtiermanagement und gibt Antwort auf die Frage: Wie lebt man mit wilden Tieren?
Bild: Dr. Michael Ammich
Wachsendens Wissen: 150 Jahre Waldforschung in Bayern dauerhaft gesichert
Vor mehr als 150 Jahren, genauer gesagt mit der Gründung der Forstlichen Versuchsanstalt in den 1860er-Jahren, ließ das damalige Königreich Bayern ein Versuchsflächennetz in den bayerischen Wäldern anlegen. Seitdem wird auf diesen Flächen das Wachstum der Wälder regelmäßig erhoben und erforscht. Der Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF), Dr. Peter Pröbstle, und der Professor für Tree Growth and Wood Physiology (TGWP) der TU München, Prof. Dr. Richard Peters, haben nun mit einer Vereinbarung die Zukunft des in dieser Form weltweit einmaligen Beobachtungsnetzes sichergestellt. (Freising, 12.08.2025)

Das Flächennetz umfasst aktuell bayernweit 350 ha, aufgeteilt in 157 unterschiedliche Versuchsstandorte mit knapp 1400 Versuchsparzellen. Die älteste, heute noch bestehende Versuchsparzelle ist eine Buchenfläche im Spessart, die seit 1871 betrieben wird. Das Versuchsflächennetz lieferte bereits in der Vergangenheit immer wieder relevante Erkenntnisse für die Forstpraxis zu Wachstumsprozessen im Wald. So konnten zum Beispiel wichtige Zusammenhänge zwischen der Bestandesdichte und dem Holzzuwachs beschrieben werden.
Aber nicht nur alte Flächen werden beobachtet, es findet aktuell auch eine Weiterentwicklung des Flächennetzes statt. So wurde es in den letzten Jahren vor allem um Versuchsflächen mit Mischbeständen ergänzt, aus denen sich wichtige Erkenntnisse zum Wachstum gemischter Wälder im Klimawandel gewinnen lassen.
Die Flächen wurden schon bisher in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität bzw. später der Technischen Universität München und der Forstlichen Forschungsanstalt betreut. Seit 1994 lag die wissenschaftliche Leitung und Betreuung der Flächen am Lehrstuhl für Waldwachstumskunde der Technischen Universität München unter Leitung von Prof. Dr. mult. h.c. Hans Pretzsch. Mit dessen Emeritierung haben nun Prof. Dr. Richard Peters (TGWP der TU München) und Präsident Dr. Peter Pröbstle (LWF) mit einer Vereinbarung den Willen beider Institutionen zur weiteren, dauerhaften Zusammenarbeit bekräftigt.
Die Gesamtleitung für das sogenannte Ertragskundliche Versuchsflächennetz Bayern wechselt an die LWF. Die TUM beteiligt sich wie bisher an der gemeinsamen Projektgruppe und erhält weiterhin den uneingeschränkten Zugriff auf die ermittelten Daten. Beide Institutionen stellen für die Arbeiten jeweils dauerhaft ausreichend personelle Ressourcen zur Verfügung.
„Ich bin mir sicher, dass es uns mit dieser neuen Vereinbarung gelingen wird, das weltweit in dieser Form einzigartige langfristige Versuchsflächen-Netz zu sichern und weiterzuentwickeln. Denn für den Waldumbau im Klimawandel benötigen wir verlässliche Erkenntnisse zum Waldwachstum“, so LWF Präsident Dr. Pröbstle.
Bild: Prof. Dr. Richard Peters (vorne links), Leiter des Lehrstuhls für Tree Growth and Wood Physiology (TGWP) und Dr. Peter Pröbstle (vorne rechts), Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung. Hinten v.l.n.r: Marie Neufanger, Leonhard Steinacker, Martin Nickel, Dr. Peter Biber, Dr. Hans-Joachim Klemmt (Bildautor: J. Hiller, LWF)
Pressemitteilung der LWF vom 12.08.2025
Volle Hörsäle zum Studienstart an der HSWT
-Herzlich Willkommen an die neuen Studierenden im Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan!
Für insgesamt rund 250 Studierende hat am 01. Oktober das Studium an der Forstfakultät der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf begonnen. Rund 150 Personen starteten ihren ersten Tag im Studium Forstingenieurwesen gemeinsam mit 50 Studierenden für Arboristik und Urbanes Waldmanagement.

Den Master Naturraum- und Wildtiermanagement haben 54 neue Studierende angetreten – ein voller Erfolg für den ersten Jahrgang. Im Masterstudium stehen die Erfassung und Analyse komplexer räumlicher, sozialer und wildbiologischer Fragestellungen im Mittelpunkt. Denn vieles hat sich in unseren Naturräumen in den letzten Jahren verändert. Große Beutegreifer kehren zurück, Wildtiere ziehen in die Städte ein, Weidetiere spielen eine wachsende Rolle als Landschaftsgestalter. Wildtiere genießen als wertvolle Schutzgüter rechtlichen Schutz, werden aber auch als Gefahr wahrgenommen. Wildtiermanagerinnen beschaffen die relevanten Fakten, moderieren kontroverse Themen mit den Betroffenen und suchen einen an der Tragfähigkeit der Naturräume orientierten Konsens. Mit den erlernten Kommunikationsstrategien können Absolventen Empfehlungen und Wissen an Stakeholder vermitteln. Das Studium bereitet die Masterstudierenden vor die unterschiedlichen Ansprüche an Natur, Landschaft und Wildtiere zu managen.
Weitere Informationen
Einweihung des A-DUR-Pixels im Foyer der HSWT Forst
Alle Doktoranden ziehen an einem Strang – und das im wahrsten Sinne des Wortes! Gemeinsam haben wir unser A-DUR Pixel eingeweiht: Ein durchsichtiges Säulenmodell, gefüllt mit einer Kiesschicht, darüber Auwaldboden und bepflanzt mit vier typischen Baumarten.
Findet ihr heraus, welche es sind? Das Pixel zeigt einen „Ausschnitt“ des Isar-Auwalds auf nur 450 cm² – von den Wurzeln bis zur Krone. So können wir die Entwicklung unserer Baumarten über die Projektlaufzeit hinweg live verfolgen. Während die Bäume im Pixel wachsen, wächst auch unser Projekt Schritt für Schritt weiter. Ein greifbares Modell, das die Prozesse sichtbar macht, die wir im Projekt A-DUR erforschen – und das sich auch in der Lehre einsetzen lässt.
Besonders freuen wir uns über die gute Zusammenarbeit im Projekt: Initiiert wurde das Pixel von Dr. Karl-Heinz Häberle (TUM). Dort, im Gebäude des Lehrstuhls für Renaturierungsökologie, steht ebenfalls ein weiteres Pixel.Mit dem Pixel holen wir ein Stück Isar-Auwald direkt ins Foyer – Forschung zum Mitverfolgen!
Rückblick auf zwei intensive, erkenntnisreiche – und am Ende ziemlich nasse – Tage bei der A-DUR Summerschool „Alles im Fluss“!
Es ging hoch hinaus in die Welt der Fernerkundung: Von machine-learning-basierten Bildklassifikationen über Zeitreihenanalysen mit Satellitendaten bis hin zur Verarbeitung von LiDAR-Daten – die Teilnehmenden erhielten spannende Einblicke und hilfreiche Tools, direkt verknüpft mit Fragen der Auwaldforschung. Vielen Dank an Dr. Florian Betz für den fundierten und inspirierenden Input!
Am zweiten Tag dann – trotz wenig rosiger Wetteraussichten – wurde motiviert und in Regenkleidung zur Fahrradexkursion in die Isarauen gestartet. Leider musste die Tour aufgrund anhaltenden Dauerregens vorzeitig abgebrochen werden. Aber keine Sorge: Wir holen das bei besserem Wetter nach!
Vielen Dank an alle Teilnehmenden, Referierenden und Unterstützenden – es war großartig mit euch!
Norwegische Studierende besuchen das Forstzentrum
Juli - Acht norwegische Försterinnen informieren sich über die bayerische Forstwirtschaft am Zentrum Wald Forst Holz. Ihren frisch abgeschlossenen Master feiern die Absolventinnen und Absolventen mit einer selbst organisierten Studienreise in Europa. Sie selbst sagen dazu:
"We are a group of students from Norway from NMBU, the Norwegian university of life sciences, and are finishing our masters degree in forestry. We have an old tradition of travelling to celebrate finishing our degree and this year we travelled to Bavaria and later to Verona. This trip is completely aranged by us students and we get sponsorships from the forest industry in Norway to go on these trips. We like to see the local forestry on while travelling and have therefore visited the center of forestry Weihenstephan. We have also visited Bavarian starte forest in Ruhpolding and Binderholz CLT near Salzburg."
Für das Projekt „Pflanzung eines Tiny-Forest“ wurde der Johannes-Hess-Grundschule Burghausen die Georg-Dätzel-Medaille 2024 verliehen. Schülerinnen und Schüler planten und organisierten die Entstehung eines Tiny Forest nach der Miyawaki-Methode auf einem Grundstück eines ortsansässigen Unternehmens. In Zusammenarbeit mit regionalen Partnern entstand ein einzigartiger, nachhaltiger Lern- und Begegnungsort, der nicht nur der Umwelt zugutekommt, sondern auch als lebendiges Symbol für den Umweltschutz steht. Für diese besonderen Leistungen überreichte Prof. Dr. Reinhard Mosandl, Vorsitzender des Fördervereins Zentrum Wald Forst Holz e.V. gemeinsam mit Staatsminister Herrmann die Dätzel-Medaille und Urkunde an die Preisträger. Mit dem Preis werden Projekte gewürdigt, welche die Anwendung und Verbreitung von Waldwissen in der Öffentlichkeit fördern.
Einen etwas anderen Blick auf den grünsten Campus Deutschlands erhielten Mitglieder und Interessierte im Zentrum Wald-Forst-Holz Anfang Mai von Kunsthistoriker und ehemaligem Direktor des Diözesanmuseums in Freising, Prof. Dr. Steiner. Das Wissenschaftszentrum Freising-Weihenstephan ist nicht nur ein Ort der Lehre und Forschung, sondern lädt auch dazu ein, den eigenen Horizont über die Bereiche Naturwissenschaft und Technik hinaus zu erweitern.
Auf den alltäglichen Wegen über das Gelände verteilt finden sich diverse Kunstwerke, die es zu bestaunen gilt: von diskreten Eingangstoren über die Geyer-Stangen im Teich unterhalb der Mensa bis hin zur Granitrose im Akademiehof. Auch die Gesteinsformation vor der Mensa, der Steinbrunnen in der Pappelallee oberhalb des Gebäudes C4 und das Freiheitsbild der Tiere, die einst vor dem Gebäude A5 lebten, regten die Teilnehmenden zum Diskutieren, Nachdenken und Staunen an. Hinter all diesen als „Kunst am Bau“ entstandenen Werken stehen Botschaften, die auch Raum für eigene Interpretationen lassen.
Prof. Dr. Steiner schulte die Teilnehmenden darin, den künstlerischen Blick zu schärfen und die manchmal schon aus der Distanz erkennbaren oder unscheinbar verteilten Kunstwerke zu entdecken sowie Anregungen zur Interpretation zu geben. Im Mittelpunkt stand auch das bessere Kennenlernen der Beteiligten, um die Zusammenarbeit am Zentrum Wald-Forst-Holz noch weiter auszubauen und zu stärken. Dies wurde bei regen Gesprächen und Diskussionen zur und fernab der Kunst sogleich (er-) lebt.
Für alle, die nicht dabei sein konnten, weisen kleine Metalltafeln im Umkreis der Kunstwerke den Weg und informieren über die Künstlerinnen und Künstler und deren Werke. Eine Broschüre des Kunstpfads zur Vertiefung ist außerdem bei der Stadt Freising oder in der Geschäftsstelle des Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan erhältlich.


