Nachhaltige Verpackung aus Kiefernspiegelrinde
Die TUM-Absolventin Paula Röser wurde für ihre Bachelorarbeit zur Eigenklebfähigkeit von Kiefernspiegelrinde mit einem Förderpreis der Sattelmühle-Stiftung ausgezeichnet. Ihre Forschung zeigt, wie aus einem bislang wenig genutzten Nebenprodukt der Holzindustrie ein nachhaltiger Werkstoff für Verpackungen entstehen könnte – ganz ohne zusätzlichen Klebstoff.
Rinde macht rund 10 bis 20 Prozent der Baumbiomasse aus, wird bislang jedoch überwiegend energetisch verwertet. Paula Röser untersuchte in ihrer Bachelorarbeit an der TUM School of Life Sciences, ob sich dünne Stücke der Spiegelrinde der Waldkiefer allein durch Wasser, Druck und Wärme miteinander verbinden lassen.
Dazu wurden Rindenstreifen zunächst in destilliertem Wasser eingeweicht, anschließend verpresst und bei Temperaturen von 60, 90 oder 120 Grad Celsius erwärmt. Bereits bei 60 Grad Celsius bildeten alle untersuchten Proben eine Verbindung. Besonders erfolgreich war die Verklebung, wenn die Innenseiten der Rindenstücke aufeinanderlagen.
Die mechanischen Untersuchungen zeigten zwar Unterschiede zwischen den einzelnen Proben, in mehreren Fällen näherte sich die Festigkeit der Verbindung jedoch der Eigenfestigkeit der Rinde. Die Ergebnisse zeigen damit einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung ressourcenschonender und klebstofffreier Verpackungsmaterialien. Bis zu einer praktischen Anwendung sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich.
Betreut wurde die Arbeit von Prof. Dr. Michaela Eder, Professorin für Wood Science and Functionalization an der TUM School of Life Sciences in Freising, und Prof. Dr. Cordt Zollfrank von der Professur für Biogene Polymere am TUM Campus Straubing.
Die Sattelmühle-Stiftung würdigte die Bachelorarbeit mit einem ihrer Förderpreise für herausragende wissenschaftliche Arbeiten. Die Preisverleihung fand am 26. September 2026 auf dem stiftungseigenen Forstgut Sattelmühle im Pfälzerwald statt. Die Stiftung fördert Wissenschaft, Forschung und Bildung mit Schwerpunkten in den Bereichen Umwelt-, Natur- und Klimaschutz, Landschaftspflege sowie Forst- und Umweltwissenschaften.

Förderpreisgewinnerin Paula Röser und Sattelmühle-Stiftungsvorstand Professor Eduard Hilger bei der Verleihungsfeier am 26. September 2026. (Bild: Marc Wiegelmann)

Teststreifen aus verklebter Kiefernspiegelrinde. (Bild: Paula Röser)
Georg-Ludwig-Hartig-Preis 2026 für Dr. Joachim Hamberger
Die Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung hat Dr. Joachim Hamberger mit dem Georg-Ludwig-Hartig-Preis 2026 ausgezeichnet. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis würdigt seine besonderen Verdienste um die Erforschung, Vermittlung und Weiterentwicklung des forstlichen Nachhaltigkeitsgedankens.
Die Preisverleihung fand am 10. September 2026 im Schloss Biebrich in Wiesbaden statt. Im Beisein von Gästen aus Forstwirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung überreichte Hessens Forstminister Ingmar Jung die Urkunde. „Dr. Joachim Hamberger setzt sich seit vielen Jahren mit großer wissenschaftlicher Expertise und persönlichem Engagement für den forstlichen Nachhaltigkeitsgedanken ein“, würdigte Minister Jung den Preisträger. Hamberger habe wesentlich dazu beigetragen, dessen Grundlagen zu erforschen und seine Bedeutung für aktuelle Herausforderungen aufzuzeigen.
Dr. Joachim Hamberger beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Nachhaltigkeit sowie Forst- und Umweltgeschichte. In zahlreichen Veröffentlichungen und seiner Lehrtätigkeit hat er die Entwicklung des Nachhaltigkeitsgedankens aufgearbeitet und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Hamberger leitet das Bayerische Amt für Waldgenetik in Teisendorf und lehrt Forst- und Umweltgeschichte. Als Vorsitzender des Vereins für Nachhaltigkeit e. V. engagiert er sich zudem dafür, den Nachhaltigkeitsgedanken über die forstliche Fachwelt hinaus zu vermitteln.
Die Laudatio hielt Stefan Nowack, Vorsitzender des Stiftungsrates der Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung. Er würdigte insbesondere Hambergers Beitrag, die Geschichte des Nachhaltigkeitsgedankens mit seiner heutigen Bedeutung zu verbinden.
Mit dem Georg-Ludwig-Hartig-Preis zeichnet die Stiftung Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise um die nachhaltige Entwicklung und Bewirtschaftung der Wälder verdient gemacht haben. Namensgeber ist der Forstwissenschaftler Georg Ludwig Hartig (1764–1837), dessen Wirken eng mit der Entwicklung des forstlichen Nachhaltigkeitsgedankens verbunden ist.

V. l. n. r.: Alexander Stute (Vorsitzender des Vorstandes), Hessens Forstminister Ingmar Jung, Dr. Joachim Hamberger und Stefan Nowack (Vorsitzender des Stiftungsrates)
Käfer mit Geweih gefunden! Mehr als 2.300 Hirschkäfer gemeldet
Die Suche nach Bayerns „Käfer mit Geweih“ war ein voller Erfolg: Im ersten Jahr der neuen Citizen-Science-Aktion der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) wurden insgesamt 2.338 Hirschkäfer gesichtet. Von den bisher 1.905 eingegangenen Meldungen konnten 1.805 eindeutig dem Hirschkäfer zugeordnet werden. Die LWF zeigt sich erfreut über die hohe Beteiligung und die Qualität der eingereichten Beobachtungen. Die Ergebnisse verdeutlichen, welchen wichtigen Beitrag Bürgerinnen und Bürger zur Erforschung und zum Schutz heimischer Arten leisten können.
Besonders häufig wurden die imposanten Käfer im Juni beobachtet. Mehr als die Hälfte aller gemeldeten Tiere wurde in diesem Monat entdeckt. Bereits im Mai waren zahlreiche Hirschkäfer unterwegs, während die Beobachtungen im Juli deutlich zurückgingen. Auch hinsichtlich der Tageszeit zeigte sich ein klares Muster: Obwohl die Tiere über den gesamten Tag hinweg gesichtet wurden, gingen die meisten Beobachtungen in den Abendstunden zwischen 18 und 21 Uhr ein. Dies entspricht der bekannten Dämmerungsaktivität der Art.
Viele Hirschkäfer wurden in unmittelbarer Nähe des Menschen entdeckt. Rund 43 Prozent der Fundpunkte lagen auf Wohnbauflächen, während knapp zehn Prozent auf Waldflächen entfielen. Teilweise gingen sogar Hinweise auf mehrjährige Reproduktionsstätten in Gärten und Siedlungsbereichen ein. Bei der Auswertung muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Meldungen auch davon abhängen, wo sich Menschen besonders häufig aufhalten. Insgesamt bestätigen die Beobachtungen das bisher bekannte Verbreitungsgebiet des Hirschkäfers in Bayern weitgehend. Einzelne Funde außerhalb dieser Gebiete sollen in den kommenden Jahren weiterverfolgt werden.
Erfreulich ist, dass 82 Prozent der gemeldeten Hirschkäfer unverletzt waren. Allerdings wurden auch auffällig häufig Tiere in Regentonnen und anderen Wasserstellen gefunden. Diese können für Hirschkäfer zur Falle werden. Die LWF empfiehlt deshalb, Regentonnen abzudecken oder einfache Ausstiegshilfen anzubringen. Bereits Bretter, Äste oder Steine können Käfern und anderen Insekten helfen, sich selbstständig aus dem Wasser zu retten.
Die erfolgreiche Mitmachaktion wird fortgesetzt: Die nächste Meldesaison startet im Mai 2027. Dann können Bürgerinnen und Bürger erneut ihre Beobachtungen und Fotos einreichen. Jede Meldung trägt dazu bei, das Wissen über die Verbreitung und Lebensräume des Hirschkäfers zu verbessern und den Schutz dieser besonderen Art zu unterstützen.
Weitere Informationen, die Meldeseite sowie das Merkblatt „Hirschkäfer erkennen und schützen“ finden Sie unter: www.lwf.bayern.de/hirschkaefer.

Kämpfende Hirschkäfermännchen in einem Garten. Bild: Ch. Franz/LWF
Die Kühlwirkung des Isar-Auwalds – gemessen mit einer Drohne?
Das haben Studentinnen und Studenten der Technischen Universität München bei einer Exkursion durch den Auwald bei Moosburg an der Isar erleben können.
Angeleitet von Annette Menzel, Professorin für Ökoklimatologie an der TU München, und Reinhard Menzel, Leiter des AELF Ebersberg-Erding, fuhr die Gruppe mit dem Fahrrad zu verschiedenen Stationen um die Stadt Moosburg. Im Mittelpunkt standen Aspekte wie Stadtklima, Wasserkraftnutzung, Hochwasserschutz, Landnutzung und Biodiversität, Forstwirtschaft und Naturwälder sowie das Abwassermanagement im Klärwerk.
„Die Stadt Moosburg und ihr Umland bieten zahlreiche anschauliche und aktuelle Beispiele, die sich hervorragend eignen, um mit den Studierenden unterschiedliche Aspekte eines nachhaltigen Ressourcenmanagements praxisnah zu diskutieren“
Zu den Stationen zählten unter anderem der Amperüberleitungskanal, Pegel- und Grundwassermessstellen der Bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung, der Werkkanal sowie der Mittlere Isarkanal. In Gesprächen mit Fachpersonal verdeutlichte sich die Bedeutung dieser Anlagen für Hochwasserschutz, Wasserversorgung, Gewässermanagement und die Nutzung der Wasserkraft. Im Wasserkraftwerk erhielten die Studierenden von Claus Sterr Einblicke in die praktische Energiegewinnung. Den Abschluss bildete die Besichtigung der Kläranlage Moosburg, die von Angela Hagl vorgestellt wurde und anschauliche Einblicke in die Praxis des Abwassermanagements geboten habe.
Reinhard Menzel erläuterte die vielfältigen Funktionen des Isarauwaldes – von seiner historischen Entwicklung über seine Bedeutung für Klima-, Immissions- und Hochwasserschutz bis hin zur nachhaltigen Bereitstellung des regionalen Rohstoffs Holz. Dabei ging er auch auf die Rolle des Naturwaldes für Biodiversität, Forschung und Klimaanpassung ein:
„Mit der Ausweisung von rund 2.400 Hektar Naturwald als Teil des Grünen Netzes stärken wir die Biodiversität im Wald. Gleichzeitig beobachten wir, wie sich der Wald ohne forstliche Eingriffe an den Klimawandel anpasst, schaffen ein breites Forschungsfeld und möchten den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, diese Entwicklung mitzuerleben“.
Passend zum sonnigen Wetter konnten die Studierenden in den Isarauen unmittelbar erleben, wie der Wald das Kleinklima und die menschliche Gesundheit beeinflusst. Sophie Feiertag, Doktorandin im A-DUR-Verbundprojekts „Revitalisierte Auwälder an der Mittleren Isar“, präsentierte mithilfe eines Feuchtkugel-Globalthermometers und einer Drohne mit Infrarotkamera die kühlende Wirkung eines intakten Auwaldes und der Isar. Die Bilder zeigten den Temperaturunterschied zwischen Auwaldflächen und Offenland. Feiertag machte dabei deutlich, dass Hitzestress auf offenen Flächen oder in geschädigten Wäldern ein erhebliches Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt.

Doktorandin Sophie Feiertag (links) erläutert die Messung des Hitzestresses mit einem Feuchtkugel-Globalthermometer. Die Messungen veranschaulichen die kühlende Wirkung des Auwaldes und der Isar auf das lokale Klima. © AELF EE/Menzel
Textinformationen: Christiane Arnold, AELF Ebersberg-Erding
Bilder: AELF EE/Menzel
„Kühlere Wälder, entspanntere Herzen“ – Neues Paper aus dem A-DUR-Projekt
Heiße Sommertage werden künftig häufiger und intensiver auftreten. Wälder können dabei eine wichtige Rolle spielen, denn sie schaffen kühlere und angenehmere Bedingungen als viele offene oder versiegelte Flächen. Doch welche Eigenschaften eines Waldes sind dafür besonders entscheidend?
Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Studie von Forschenden der Technischen Universität München um Sophie Feiertag und Prof. Dr. Annette Mezel und ihrer Projektpartner im A-DUR-Projekt, die in der Fachzeitschrift Urban Forestry & Urban Greening erschienen ist. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Waldstruktur, lokale Klimabedingungen und die körperliche Belastung von Menschen zusammenhängen.
Für die Untersuchung begleiteten die Forschenden 145 Jugendliche und junge Erwachsene bei Spaziergängen durch die Auwälder der Mittleren Isar. Während der Wanderungen wurden Herzfrequenz, Wetterbedingungen und Waldeigenschaften gleichzeitig erfasst. Grundlage dafür waren Fitnessuhren, mobile Klimarucksäcke und hochauflösende Fernerkundungsdaten.
Die Auswertungen zeigen deutlich: Nicht jeder Wald schützt gleich gut vor Hitze. Besonders wirksam waren hohe, dichte und gesunde Waldbestände, denn dort herrschten kühlere Bedingungen. Die körperliche Belastung der Teilnehmenden fiel deutlich geringer aus als in lichteren oder offenen Bereichen. Auffällig war dabei vor allem die Bedeutung der Bestandshöhe: Die stärksten Kühlungseffekte wurden in Wäldern mit Höhen von mehr als 12 bis 15 Metern beobachtet.
Die praktische Anwendung betrifft ein weiteres interessantes Ergebnis: Die kühlende Wirkung eines Waldes lässt sich überraschend gut anhand von Fernerkundungsdaten abschätzen. Aufwendige Messkampagnen vor Ort sind dafür nicht zwingend erforderlich. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten, thermisch besonders schützende Waldbereiche zu identifizieren und gezielt in die Planung von Erholungsräumen und Klimaanpassungsmaßnahmen einzubeziehen.
Die Studie liefert damit nicht nur neue Erkenntnisse darüber, wie Wälder das lokale Klima beeinflussen, sondern auch konkrete Anhaltspunkte für die klimaangepasste Gestaltung und Pflege von Stadt- und Auwäldern. Entscheidend ist dabei nicht allein die Waldfläche, sondern vor allem die Struktur des Waldes selbst: Je höher, dichter und vitaler ein Bestand ist, desto größer scheint sein Potenzial zu sein, Menschen vor Hitzebelastung zu schützen.
Wer mehr über das Paper und die kühlende Wirkung des Walds wissen will, kann die Veröffentlichung hier lesen (Englisch):
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1618866726003614

Jugendliche tragen den Klimarucksack durch die Wälder
(Titelbild: P. Wang, Beitragsbild S. Feiertag)
Ab in die Berge – Exkursion des Masters Naturraum- und Wildtiermanagement

Studieren, wo andere Urlaub machen – So könnte man die sieben Tage Exkursion beschreiben, in denen Studierende der HSWT die alpinen Gebirgslebensräume in Bayern kennen und verstehen lernten.
Zwei Tage Nationalpark und Mittelgebirge
Das gleichnamige Modul im Rahmen des Masters Naturraum- und Wildtiermanagement führte 15 Studentinnen und Studenten, unter der Leitung von Florian Rauschmayr und Dr. Maria Bauer, zunächst Anfang Mai in den Bayerischen Wald. Dort gab es im Hans-Eisenmann-Haus Einblicke in die Arbeit des Nationalpark-Teams und in ihre Erfahrungen mit dem Tourismus innerhalb des Nationalpark Bayerischer Wald. Bei einer anschließenden Führung durch das Falkensteingebiet besichtigte die Gruppe Borkenkäferflächen, Luderplätze und Maßnahmen in der Managementzone.
Nach einer Hüttenübernachtung auf dem Arber konnte tags darauf die unterschiedliche Nutzung des Arbergebiets erkundet werden: Die Liftanlagen und die Waldbewirtschaftung der Fürsten von Hohenzollern einerseits, den Waldbau der BaySF und ihren Umgang mit dem Auerhuhnvorkommen andererseits. Beendet wurde dieser Teil des Moduls mit einer außergewöhnlichen Sichtung: Ein ausgebüxter Weißkopfseeadler umrundete den Arber.
Schutzwald und Wildtiermanagement im Oberland
Mitte Juni ging es für den zweiten Teil an den Schliersee – und es wurde gleich am ersten Tag deutlich, wie wichtig der Schutzwald für die Alpen ist. Nach einer Einführung zu Schnee- und Lawinenschutz führte Udo Endres von der Fachstelle für Schutzwaldmanagement des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weilheim über die Sanierungsflächen am Hagenberg. Lawinenverbau, Verbau zum Pflanzenschutz und Gleitschneeschäden – viele Eindrücke, die auch in weiteren Gesprächen mit Mitarbeitern der Fachstellen diskutiert werden konnten.
Bergwald besteht jedoch nicht nur aus Schutzwald, sondern ist auch regulär bewirtschaftet. Und das nicht ohne Hürden: Das Terrain ist anspruchsvoll, für Harvester und Forwarder zu steil – da hilft oft nur eine Seilkrananlage, die nahe des Forstlichen Bildungszentrums Laubau in Aktion war.
Der Fokus der verbleibenden Tage lag auf Rot- und Auerwild: Zwei markante Tierarten der alpinen Regionen, die aber viel Management brauchen, um im Einklang mit vielen Interessen im alpinen Raum zu stehen. Einen Einblick auf solche Maßnahmen gab es im Wintergatter Spitzingsee und auf wenig beschirmten Waldflächen, die für das Auerwild wichtig sind. Begleitet wurde die Gruppe von Revierleitern und Berufsjägern der Gebiete.
Im Gespräch mit Lasse Weicht, dem Forstbetriebsleiter des Staatsforstenbetriebs Schliersee kristallisierte sich nochmals der Managementbedarf unterschiedlichster Stakeholder heraus, mit denen sich nicht nur der Forstbetrieb beschäftigen muss: Touristische Nutzung der alpinen Räume, jagdliche und forstliche Interessen, Schutz für Anwohner und Naturschutz. Viele Themen und Konfliktfelder, für die die 15 Studierenden jetzt mehr Wissen und vielleicht eigene Lösungsansätze haben.
Satellitendaten machen Europas Umweltwandel sichtbar
Satellitendaten ermöglichen einen einzigartigen Blick auf die Veränderungen unserer Umwelt. Zwei aktuelle Projekte der Technischen Universität München (TUM) zeigen, wie wertvoll jahrzehntelange Erdbeobachtungsdaten für die Umwelt- und Waldforschung sind.
EUROLAND: Mehr als 50 Jahre Erdbeobachtung für Europa sichern
Im Projekt EUROLAND wollen die TUM und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit dem Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) das vollständige Landsat-Satellitenbildarchiv seit 1972 auf deutscher Infrastruktur sichern. Das Landsat-Programm der NASA dokumentiert die Erdoberfläche seit mehr als fünf Jahrzehnten und stellt damit eine weltweit einzigartige Zeitreihe für die Erforschung von Umweltveränderungen bereit. Bislang werden die Landsat-Daten ausschließlich von der NASA bereitgestellt. EUROLAND soll deshalb einen dauerhaften und unabhängigen Zugang für die europäische Forschung ermöglichen. Neben der Sicherung der Originaldaten sollen speziell für europäische Fragestellungen aufbereitete Datenprodukte entstehen, die Forschenden frei zur Verfügung stehen. Eine zentrale Rolle übernimmt die Professur für Earth Observation for Ecosystem Management an der TUM School of Life Sciences unter Leitung von Prof. Dr. Cornelius Senf. Gemeinsam bündeln TUM, DLR und LRZ ihre Expertise in Erdbeobachtung, Datenverarbeitung sowie Speicher- und Recheninfrastruktur.
Europas Wälder verlieren zunehmend Biomasse
Welchen Wert langfristige Satellitendaten für die Waldforschung haben, zeigt eine weitere aktuelle TUM-Studie. Forschende untersuchten die Entwicklung der Waldbiomasse in Europa von 1985 bis 2023. Das Ergebnis zeigt einen deutlichen Einschnitt: Seit 2018 hat der jährliche Biomasseverlust stark zugenommen. Pro Hektar Waldfläche gingen seitdem jährlich durchschnittlich 46 Prozent mehr Biomasse verloren als zwischen 1985 und 2017. Besonders betroffen sind die biomassereichen Wälder Mitteleuropas. Zunehmende Dürren schwächen die Bäume und begünstigen Borkenkäferausbrüche. Hinzu kommen weitere Störungen wie Stürme und Brände. Die Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Rolle der Wälder als Kohlenstoffspeicher. Die Forschenden sprechen sich daher dafür aus, die Waldbewirtschaftung stärker an den Klimawandel anzupassen. Widerstandsfähigere Wälder sollen sich nach Störungen besser erholen und ihre wichtige Funktion als Kohlenstoffsenke langfristig erhalten.
Beide Projekte verdeutlichen, wie moderne Erdbeobachtung zum Verständnis des Umweltwandels beiträgt: Langfristige Satellitendaten machen Veränderungen sichtbar, helfen ihre Ursachen zu verstehen und liefern wichtige Grundlagen für die Waldbewirtschaftung der Zukunft.
Weitere Informationen:
TUM: Beispielloser Biomasseverlust in Europas Wäldern seit 2018
TUM School of Life Sciences: TUM und DLR sichern das Landsat-Archiv für Europa
Titelbild: Dr. Katja Kowalski & Dr. Cornelius Senf (Sebastian Kissel / TUM)

Bild: EUROLAND-Logo mit Satellitendaten von Landsat (NASA)
Absolventenverabschiedung Forstingenieurwesen 2026
Mit einer feierlichen Veranstaltung verabschiedete die Fakultät Wald und Forstwirtschaft am 31. Juli ihre Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Forstingenieurwesen. Rund 70 Absolventinnen und Absolventen feierten gemeinsam mit ihren Familien, Freunden sowie dem Team der Fakultät den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums. Durch das Programm führte Semestersprecher Simon Mauerer. Vizepräsident Prof. Dr. Carsten Lorz gratulierte im Namen der Hochschulleitung und lud die Absolventinnen und Absolventen dazu ein, der Hochschule auch nach dem Studienabschluss verbunden zu bleiben, etwa über das Alumni-Netzwerk der HSWT. Die Bedeutung eines starken fachlichen Netzwerks hob auch Prof. Dr. Andreas Rothe, Leiter des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan, hervor. Er stellte die deutschlandweit einzigartige Zusammenarbeit innerhalb des Zentrums vor und warb für eine Mitgliedschaft im Förderverein des Zentrums. Mit Blick auf die Zukunft des Berufsstandes sprach Studiendekan Prof. Dr. Christian Zang über die Auswirkungen des Klimawandels, den wachsenden Einfluss künstlicher Intelligenz auf die forstliche Praxis und die zunehmende Bedeutung des lebenslangen Lernens. Dekan Prof. Dr. Stefan Wittkopf ermutigte die Absolventinnen und Absolventen, ihre fachliche Kompetenz auch über den Wald hinaus einzubringen, insbesondere bei der Gestaltung der Energiewende. Diese sei ein entscheidender Baustein im Kampf gegen die Klimakrise. Für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschte er ihnen viel Erfolg und lud sie zugleich ein, beim Weihenstephaner Forsttag am 20. November 2026 zum Thema „Waldnaturschutz“ an ihre Hochschule zurückzukehren und den Kontakt zur Fakultät zu pflegen.
Zum Studienabschluss erhielten alle Absolventinnen und Absolventen ein von einem studentischen Redaktionsteam gestaltetes, rund 180 Seiten starkes Alumnibuch, ein Brotzeitbrett aus Douglasienholz aus dem HSWT-Lehrwald sowie eine Stofftasche des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan aus EcoVero-Buchenholzfasern. Das Holz der Brotzeitbretter hatte dabei einen besonderen Bezug zum Abschlussjahrgang: Die Douglasie war im Rahmen einer Sortierübung bei Prof. Walter von den Absolventinnen und Absolventen selbst sortiert und anschließend eingeschnitten worden. Das Alumnibuch wurde von den Redakteurinnen Veronica Dremer, Malena Keller und Alena Zengerle an ihre ehemaligen Kommilitoninnen und Kommilitonen überreicht. Eine besondere Geste hatten die Studierenden auch für das Team der Fakultät vorbereitet: Als Dank für die Begleitung während des Studiums erhielten die anwesenden Professoren sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Trauben-Eichen oder Nordmanntannen. Ein Dankeschön ging außerdem an Benjamin Handel, Franziska Ruhl und Andreas Dost, die sich um die Organisation der Abschlussfeier vor Ort gekümmert hatten. Auch sie erhielten für ihr Engagement einen der jungen Bäume. Nach dem offiziellen Teil und einem gemeinsamen Gruppenfoto ging es hinauf zum Weihenstephaner Berg. Bei Sektempfang und anschließendem gemeinsamen Abendessen im Bräustüberl Weihenstephan ließen die Absolventinnen und Absolventen gemeinsam mit ihren Gästen und dem Team der Fakultät den Abend ausklingen.
Titelbild: Absolventinnen und Absolventen des Abschlussjahrgangs Forstingenieurwesen 2026 gemeinsam mit dem Team der Fakultät Wald und Forstwirtschaft (Foto: Stefan Wittkopf).
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| Organisationsteam: Von links: Benjamin Handel, Franziska Ruhl, Andreas Dost und Simon Mauerer (Semestersprecher) | Geschenke: Alumnibuch des Abschlussjahrgangs 2026, HSWT-Brotzeitbrett aus Douglasienholz aus dem Lehrwald und Stofftasche des Zentrums Wald Forst Holz Weihenstephan aus EcoVero-Buchenholzfasern (Foto: Stefan Wittkopf) |
Internationale Zusammenarbeit mit der Universität Sarajevo weiter ausgebaut
Im Rahmen des Erasmus+-Programms begrüßte die Fakultät Wald und Forstwirtschaft der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in dieser Woche eine Delegation der Forstfakultät der Universität Sarajevo. Der Besuch ist Teil einer bereits seit mehreren Jahren bestehenden Zusammenarbeit beider Hochschulen und dient der weiteren Vertiefung des wissenschaftlichen Austauschs. Zu Gast waren Prof. Dr. Besim Balić, Dekan der Fakultät für Forstwirtschaft der Universität Sarajevo, Prof. Dr. Ćemal Višnjić sowie Prof. Dr. Sead Vojniković. Die drei Professoren vertreten die Fachgebiete Waldbau, Waldökologie, Biodiversität, Klimawandel und nachhaltige Forstwirtschaft. Verantwortlich für die Organisation des Besuchs war Prof. Dr. Erwin Hussendörfer. Während der Besuchswoche erhielten die Gäste einen umfassenden Einblick in Forschung, Lehre und forstliche Praxis an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf sowie bei ihren Partnerinstitutionen. Das Programm umfasste unter anderem einen Besuch des Walderlebniszentrums Grafrath, des Jahrringlabors, des Lehrwaldes sowie des Zentrums Wald-Forst-Holz Weihenstephan. Ergänzt wurde das Programm durch Fachgespräche im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, den Austausch mit Studierenden im Rahmen einer Waldbauübung und der Vorbereitung des Praxissemesters sowie eine Exkursion in den Sachsenrieder Forst und den Paterzeller Eibenwald. Im Mittelpunkt der Gespräche standen die weitere Zusammenarbeit zwischen beiden Fakultäten, die Entwicklung von Studiengängen sowie zukünftige Kooperationsmöglichkeiten in Forschung und Lehre. Ein weiteres Thema war die INTERFORST, die die Kolleginnen und Kollegen aus Sarajevo im Herbst gemeinsam mit ihren Studierenden besuchen möchten. Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf freut sich darauf, die langjährige Partnerschaft mit der Universität Sarajevo weiter auszubauen und den internationalen Austausch in Forschung, Lehre und Praxis gemeinsam fortzuführen.

Bildautor: Dr. Markus Schaller












