Forstliche Fakultät der Universität für Lebenswissenschaften in Warschau feiert hundertjähriges Bestehen
Im Rahmen einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz beging die forstliche Fakultät der Universität für Lebenswissenschaften vom 18. bis 19 Juni 2019 ihr hundertjähriges Jubiläum. Unter dem Motto „Forest in Science, Practice and Education“ spannten die Vorträge einen Bogen von der Wissenschaft über die Lehre und Ausbildung zur Forstpraxis. Die forstliche Fakultät der Universität für Lebenswissenschaften Warschau (SGGW) blickt sowohl auf eine traditionsreiche als auch innovative Forschung und Ausbildung zurück. Gegenwärtig sind an der Fakultät 1.800 Studierende eingeschrieben und 59 Professoren in der Lehre tätig. Die Fakultät verfügt in Rogow über einen ca. 3.000 ha großen Universitätswald in der intensiv in der Ausbildung genutzt wird.
Mit Gründung der forstlichen Fakultät nahm auch das langfristige ertragskundliche Versuchswesen in Polen, das durch die Fakultät bis heute betreut wird, seinen Anfang. Viele frühere und aktuelle Kooperationen zwischen der Universität für Lebenswissenschaften in Warschau und der Technischen Universität München sind mit dem Versuchswesen verknüpft.
Seit 2010 besteht ein ERASMUS-Abkommen zwischen der Forstlichen Fakultät in Warschau und der Studienfakultät für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement der Technischen Universität München, das bereits von zahlreichen Studierenden und Dozenten beider Seiten zum Austausch genutzt wurde.
Forstoberrat Enno Uhl überbrachte der polnischen Schwesterfakultät die besten Glückwünsche der Technischen Universität München und der Bayerischen Forstverwaltung. Als Zeichen des Dankes für die erfolgreiche Zusammenarbeit und die Verdienste der Fakultät um den Erhalt und Ausbau des ertragskundlichen Versuchswesens überreichte Uhl dem Dekan der Fakultät, Herrn Prof. Dr habil. Henryk Żybura eine historische Kluppe aus dem Bestand der ehemaligen Königlich Bayerischen Forstlichen Versuchsanstalt.
Im Rahmen der Session “Silvicultural concepts across diverse climate zones and their implications for stand structure and dynamics” wurde dem EU-Projekt CARE4C (GA778322) “Carbon smart Forestry under climate change” (koordiniert durch den Lehrstuhl für Waldwachstumskunde, der Technischen Universität München) eine Plattform zur Präsentation und Diskussion bisheriger Projektergebnisse geboten.
Die Konferenzexkursion führte die Teilnehmer nach Białowieża, wo im Totalreservat eindrucksvolle Waldbilder mit mächtigen Bäumen bewundert werden konnten. Im bewirtschafteten Teil des Waldes von Białowieża stand vor allem die Borkenkäferproblematik im Vordergrund, die seit einigen Jahren zu einem massiven Rückgang der Fichte führt.
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