Hans-Carl-von-Carlowitz-Platz 1, D - 85354 Freising + 49 8161/4591-920 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Aktuelle Meldungen

Fragen an Professor Volker Zahner, Leiter des Zentrums

IMG 0028 1 2Professor Dr. Volker Zahner studierte Forstwissenschaften an der LMU, war unter anderem Mitarbeiter an der LWF, hat an der TU München zum Thema Biber und gewässernahe Wälder promoviert und ist seit 2002 Professor für Zoologie, Wildtierökologie und Entomologie an der HSWT. Er hat also alle drei Partner im Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan intensiv kennenlernen können. Seit Oktober 2019 ist er – bereits zum zweiten Mal – für zwei Jahre der Leiter des Forstzentrums.

Lieber Professor Zahner, Sie sind im Spessart aufgewachsen. Wurde der Zugang zum Wald Ihnen damit bereits in die Wiege gelegt? Und wann sind die Wildtiere für Sie zum Thema Nummer eins geworden?

Ich bin in einem Haus am Ortsrand von Lohr mit einer großen Streuobstwiese unweit des Lohr-Bachs aufgewachsen. Hier gab es jede Menge zu entdecken, bunte Molche, Bachforellen, Nester mit Jungvögeln. So kam die Begeisterung für die Natur von klein auf. Urgroßvater, Großvater und Onkel waren zudem Forstleute und auch die Geschichten meines Vaters von seiner Jugend im Forsthaus Altenbuch prägten mich sicher mit. 

Wald und Biodiversität haben in der öffentlichen Diskussion der letzten zwei Jahre ordentlich an Fahrt aufgenommen. Welche Chancen sehen Sie darin für das Forstzentrum?

Ich halte es für wichtig, dass das Forstzentrum auch neue und gesellschaftlich relevante Themen aufgreift und Antworten sucht. Ich denke, dass wir am Zentrum eine breite Expertise an Wissenschaftlern und Fachleuten haben um diese Fragen gut bearbeiten zu können.

Welche Erfahrungen bringen Sie aus der politischen Arbeit als wissenschaftlicher Berater mit und welche Möglichkeiten sehen Sie für das ZWFH?

Ich halte es für wichtig, dass die Politik wissens- und evidenzbasiert handelt. Von daher ist die Politik gut beraten, wenn sie bei Waldthemen unsere Expertise nutzt. Meine Erfahrung mit der Politik beschränkt sich aber auf die Tätigkeit als Mitglied im obersten Naturschutzbeirat am Umweltministerium und im Bayerischen Naturschutzfond, bzw.  einzelnen Siftungsräten.

Ob Maschinen-Einsatz, Jagd oder FFH-Gebiet – die Arbeit des Försters birgt Konfliktpotenzial. Stößt die integrative Waldbewirtschaftung an ihre Grenzen? 

Ich halte das Prinzip der integrativen Waldbewirtschaftung gerade in einem dicht besiedelten und stark urbanisierten Land für richtig. Allerdings ist es in meinen Augen wichtig, den forstlichen Wertekanon entsprechend der gesellschaftlichen Bedürfnisse nach zu justieren.

Die Vermittlerrolle im Wald wird immer wichtiger. Wie werden angehende Forstingenieurinnen und Forstingenieure im Studium darauf vorbereitet?

Ich denke, dass die Arbeit von Forstleuten heute so komplex und vielfältig ist wie noch nie. Entsprechend mehr Feingefühl und kommunikative Fähigkeiten sind gefragt. Gerade Beratungssituationen trainieren Kollege Endres und Vogl intensiv und interaktiv mit unseren Studierenden. Aber auch über mehrere Präsentationen im forstwirtschaflichen, dem forstpolitischen Seminar oder einer der praxisbegleitenden Lehrveranstaltungen lernen unsere Studierenden zuzuhören, zu argumentieren und zu moderieren.

Die Seminarreihe Wildtiere der HSWT feiert ihr zwanzigjähriges Bestehen. Haben Sie einen Lieblingsvortrag der letzten Jahre? Und gibt es Themen die Ihnen dauerhaft auf den Nägeln brennen?

Die Seminarreihe hat mir immer Spaß gemacht und wir hatten im Laufe der Zeit viele große Namen wie z.B. Eric Ziemen, Peter Berthold, Franz Baierlein oder Jan Haft zu Gast. Entsprechend kann ich nicht einen Vortrag herausheben. Was mich aber sehr gefreut hat ist, dass die Studierenden die Seminarreihe über all die Jahre intensiv angenommen haben, ebenso wie viele Interessierte aus dem Zentrum (v.a. LWF) aber auch aus Freising.

Mit der Zentrums-Strategie 2030 blicken wir in Richtung Zukunft. Wo sehen Sie die Schwerpunkte in der  Strategie?

Die große Aufgabe den Klimawandel anzugehen ohne dabei das Thema Biodiversität zu vergessen, ist in meinen Augen der Schwerpunkt der nächsten Jahrzehnte.

Was liegt Ihnen als Leiter des Forstzentrums am meisten am Herzen? 

Mir liegt natürlich am Herzen, dass das Zentrum noch stärker zusammenwächst und als der Ansprechpartner in Sachen  Wald wahrgenommen wird. Ich hoffe daher auf unser Projekt „Waldsofa“, mit dem wir ein eigenes Format in der Kommunikation setzen wollen. Leider ist dies zunächst mit Corona ausgebremst, aber ich hoffe auf die Zukunft.

Sehr geehrter Professor Zahner, herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen. 

Kontakt und weitere Informationen: https://www.hswt.de/person/volker-zahner.html

 

Informations-Kanäle & Presseservice

 TUM Website footer                          
               
 HSWT Logo gruen                             LWF Website footer neu
TUM Logo extern mt DE CMYK neg
HSWT Logo gruen
LWF Logo

Newsletter abonnieren

Ja, ich möchte den Newsletter des Zentrum Wald-Forst-Holz Weihenstephan abonnieren (die Hinweise zum Datenschutz habe ich gelesen):

Mitglied werden

Werden Sie Mitglied im Förderverein ZWFH.
Hier geht es zu den Informationen der Anmeldung:

Mitglied werden

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung